NO JOB, NO WORK, NO WIFE......


 

 

Erlebnisbericht

ROTES MEER OKTOBER 2009

Hallo liebe Leser-/innen,
vom 1.- 8. Oktober durfte ich mit dem Tauchclub Aarberg eine tolle Safari Woche im südlichen Roten Meer erleben. Pia Hässig hat dazu einen tollen Bericht verfasst welchen ich euch nicht vorenthalten möchte. Viel Spass beim lesen!
Euer Mike-D.
 

Bericht von Pia Hässig geschrieben:

Eine Tauchsafari, so wurde mir in unserem Club mehrmals und einstimmig versichert, sei für einen echten Taucher (und die Taucherinnen sind selbstverständlich meistens eingeschlossen) das Höchste aller Gefühle. Das Hotelzimmer bei jedem Tauchplatz mit dabei, nur wenige Schritte vom Frühstücksbuffet zum Tauchanzug (und zur Toilette…) und die Möglichkeit, bekannte und (sehr) abgelegene Tauchplätze anzufahren. Lange überredet werden für die Tauchsafari 2009 in Ägypten musste ich also nicht und fast ein Jahr lang durfte ich mich auf meine Feuertaufe als Tauchsafari-Teilnehmerin freuen (dass ich diesen Bericht schreiben ‚muss’ hat mir zu diesem Zeitpunkt natürlich noch niemand gesagt…).

Dank unserem Organisator Jürg Zesiger hatten wir bis kurz vor dem Abflug nichts anderes zu tun, als Infomails zu lesen, die Reise zu bezahlen (nach Weihnachten und Geburtstag schliesslich bei Papa abbezahlt) und auf Google schöne Fotos von den Brother Islands zu suchen. Einige Reiseteilnehmerinnen (Namen der Autorin bekannt) sollen sich auch auf Internetforen über Seekrankheit und diverse Kotztechniken und Medikamente ausgetauscht haben. So weit so gut. Die Vorfreude stieg von Tag zu Tag, auf Facebook häuften sich die Kommentare zum bevorstehenden Reisebeginn (Countdown in Tagen und Stunden inbegriffen) und der Wetterbericht wurde mehrmals täglich zum Staunen (Luft 36° aufwärts / Wasser 28°…) abgerufen. Das Abenteuer begann schliesslich in meinem Fall definitiv am Mittwoch 30. September 2009 mit Schritt 1: Packen.

Entschuldigt den Ausdruck aber 20kg sind für Taucherinnen (und Taucher wahrscheinlich auch) verdammt wenig. Noch ohne die empfohlene Wein- und Bacardiration wog mein kleiner süsser Koffer (ja, das Ungetüm von 1m auf 1m) bald mehr als erlaubt. Überzählige T-Shirts auspacken, Bücher reduzieren, Ersatzmaske und Ersatzschnorchel (wer kam überhaupt auf diese Idee?) streichen. Immer noch zuviel. Waage auf Funktionsfähigkeit mit dem Eigengewicht testen. HA! Wusste ich doch, dass etwas nicht stimmen kann! Also gelange ich nach stundelangem Umpacken und Verzweifeln zur Anwendung des sagenumwobenen Tricks 77: Gewicht der Tauchtasche auf max. 22kg reduzieren, Handgepäck aufrüsten. Danke für den Tipp K. B. aus A.!

Das Kofferpacken war dann auch das Hauptgesprächsthema auf der morgendlichen Fahrt am Donnerstag 1. Oktober 09, von Kallnach über Aarberg und Bern nach Zürich (ein grosses MERCI fürs Fahren und die Verpflegung an Doris, Ernst und Lorenz!). Und auch am Flughafen blieb das Gepäck Gesprächsthema Nr. 1. Wir kommen zum Schritt 2 der Tauchsafari: Einchecken.

Tatort: Swiss Check-In. Verbrechen: Wer hätte das gedacht, Übergewicht. Hauptverdächtiger: Wiederum K. B. aus A. und Komplizen (und –innen). Dank den Business-Reisenden (30kg Gepäck erlaubt) in unserer Zweiklassen-Gruppe ergab die Mischrechnung einen Freispruch für die zu schweren Koffer und wenig später befanden wir uns bereits am ersten Etappenziel unserer Reise: Duty-Free-Shop-Flughafen-Zürich. Nach diesen Einkäufen wurde das Handgepäck zum Glück nicht mehr gewogen und obwohl unser Flug leichte Verspätung hatte (es hiess wegen einer unerwartet schweren Fracht…) befanden wir uns schliesslich endlich in der Luft Richtung Süden. Wer einen Fensterplatz ergattert hatte, sah nebst viel Meer die griechischen Inseln und die Stadt Athen (mir persönlich nur vom Hören-Sagen bekannt) und nach noch mehr Meer und viel Sand, den Flughafen Marsa Alam. (Die genauen Unterschiede zwischen dem undefinierbaren Nudelauflauf in der Economy-Class und dem Champagner und den Pralinés in der Business-Class seien hier absichtlich und ohne äusseren Druck nicht erwähnt).

20 unerschrockene TCA-ler und ihr Anführer Jürg Z. (Sitzplatz im Flugzeug: 1A, noch Fragen?) haben ihr Ziel zu diesem Zeitpunkt fast erreicht. Aber zuerst kommt Schritt 3: Transfer vom Flughafen zum Boot. Die Koffer (auch die Schweren) wurden traditionsgemäss auf das Dach des Busses, der uns zum Hafen fahren sollte, gehievt. Nach skeptischen Blicken und angstvollem Überlegen, wo genau die Kamera und der Schnaps verstaut wurden, das Einstiegen und Losfahren. Die Dunkelheit um 18:00 löste eine angeregte Diskussion über Zeitverschiebung oder nicht aus, aber bald war die Zeit wegen der aufregenden Fahrt ohne Licht und auf wechselnder Spur (kein System erkennbar) vergessen. Die Luft war angenehm warm und roch nach Meer (ja, mit einer Prise Romantik kann der Benzingestank verdrängt werden) und der Mond stand gross und hell über uns (so, genug der Romantik), als wir eine Stunde später den Hafen erreichten. Die Ferien und somit endgültig Schritt 4, nämlich die Tauchsafari, begannen mit dem Eintreffen auf der ‚MY (= „Motor Yacht“ - für Laien wie ich) Sweet Dream’. Der Begriff ‚Boot’ wie ich ihn unerfahrenerweise zuvor gebraucht habe, schien angesichts unserer 36m langen Yacht plötzlich schrecklich unangebracht: Ein ‚Boot’ ist nicht 8m breit, hat kein geräumiges Tauchdeck, 8 Doppelkabinen, 2 Suiten und zwei 1000 PS starke Turbo Diesel MAN-Maschinen (ja, das habe ich auf http://www.seawolf-safari.com abgeschrieben und nein, was MAN-Maschinen sind, weiss ich auch nicht). Männliche Leser interessieren vielleicht auch die beiden Zodiacs mit je 25 und 40 PS Yamaha-Aussenbordern (schaut doch auf Wikipedia selber nach…). Mich persönlich haben die beiden (Zitat) ‚hochseetauglichen Rettungsinseln für je 25 Personen’ mehr beruhigt. Den mit Safaribooten überfüllten Hafen von Marsa Alam haben wir erst am nächsten Morgen, nach dem Ausfüllen und Unterschreiben von mehr oder weniger sinnvollen Formularen, dem Auspacken unseres Tauchmaterials und dem ersten Znacht auf dem Boot…eh Schiff…, verlassen. Nach der ersten noch trügerisch ruhigen Nacht auf dem Meer (das Gstürm der Zimmereinteilung gehört zu den in diesem Bericht nicht erwähnten Themen) und dem ersten Zmorgebuffet, ging es auf den Check-Tauchgang (gopf, mein Bericht sollte doch auf ausdrücklichen Wunsch kürzer sein als derjenige von Ürsu letztes Jahr und ich komme erst auf Seite 3 zum ersten Tauchgang…):

Tauchplatz: Gotha Sha’a Marsa Alam / Tiefe: ca. 20m / Zeit: 1 Stunde / Highlights: kleines Wrack mit grossem Krokodilfisch und Blaupunktrochen. Trotz vielen anderen Tauchern auf dem Check-TG gute Sicht und viele Fische. Wasser: WARM! Am Nachmittag folgte ein zweiter Tauchgang in Küstennähe: Tauchplatz: Marsa Shoona / Tiefe: ca. 25m / Zeit: 1 Stunde / Highlights: Kraken, Muräne, Feuer-, Glas- und Kofferfische. Auch hier ging es hauptsächlich darum, das Material (Blei…) zu testen und sich an den Divebuddy zu gewöhnen (ich behalte Thom gerne als Buddy, der hat Adleraugen das glaubt ihr gar nicht!). Nach dem zweiten Anklimatisierungstauchgang und dem Abendessen ging es auf die 8-stündige Fahrt zu den Brother Islands, dem Höhepunkt unserer Tauchsafari.

Manch eine/r hat wohl wie ich, mehr dem Knarren, Rattern und Rauschen gehorcht und das Schaukeln, Schütteln und Wenden gespürt, als geschlafen. Erst kurz vor dem Morgengrauen wichen die Motorgeräusche einem sanften Wellengeräusch neben meinem Ohr. Gerade wollte ich vor dem ‚early-morning-dive’ noch ein paar Minuten dösen, als ein lauter Knall, aufgeregtes Rufen und erneute Motorgeräusche, meinen Adrenalinspiegel wieder in die Höhe schiessen liessen. Ein Seil, welches unser Schiff am Riff befestigen sollte, riss und der Captain musste erneut wenden und drehen und kurven, bis sich die ‚Sweet Dream’ in einem günstigen Winkel zur kleineren der beiden Brüder-Inseln festbinden und ankern liess. An Schlaf war nicht mehr zu denken und mit einem magenberuhigendem Tee machte ich mich auf den Weg zum Briefing auf dem Oberdeck. Mein Adrenalinspiegel sollte aber auch beim Tauchen nicht zur Ruhe kommen, denn bereits beim ersten Tieftauchgang beim ‚El Akawin’ (Small Brother) sahen wir zwei Weissspitzenriffhaie! Auch auffallend viele Flötenfische (von der frechen Sorte) und Barrakudas (von der scheuen Sorte) wurden gesichtet. Die Strömung war nur schwach und wir konnten beim Austauchen die schöne Riffwand und die Schwärme von grossen und kleinen Fischen geniessen. Beim Tauchplatz ‚Small Brother’ haben wir dreimal getaucht und nebst Weissspitzenriffhaien auch Grau- und Hammerhaie und Thunfische (oder Makrelen?) gesehen. Auch beim grossen Bruder in Sichtweite der kleineren Insel, haben wir 3 Tauchgänge absolviert. Unsere Taucherherzen höher schlagen, liessen hier Fuchs-, Hammer-, und Weissspitzenriffhaie (variierende Angaben zur Anzahl Haie in den Logbuchs zu finden), eine Schildkröte, die wir beim Essen beobachtet haben und die unvergleichlichen Wracks ‚Aida’ und ‚Numidia’. Mehr Informationen zu den beiden Wracks sind übrigens auf http://www.unterwasserwelt.de/html/brother_islands.html zu finden. Wunderschöne Fächer- und Weichkorallen in allen Farben, unzählige Fische entlang der Steilwand und in der Tiefe die wortwörtlich atemraubenden Haie; die Brother Islands verdienen ihren Platz in den Top Ten der weltweit besten Tauchplätze auf jeden Fall!

Der Ablauf an Board spielte sich rasch ein: 5:45 Tagwach, Tee und Güetzi an der Bar schnappen, Briefing auf dem Oberdeck (mit den schönen Skizzen von Luisa und Mahmoud) und dann in der ersten oder in der zweiten Gruppe ab zum 1. Tauchgang. Zmorgebuffet. Anschliessend Zeit zur freien Verfügung, meist ausgefüllt mit Nitrox messen, Lampe aufladen, Flossen flicken, Mundstück ersetzen (nach dem Haitauchgang und vor dem Frühstück passiert), duschen, sünnelen, lesen, Logbuch ausfüllen, über die Anzahl gesehene Haie bluffen und Film- und Fotomaterial auswerten. 2. Tauchgang vor dem Mittag. Diesmal macht sich die 2. Gruppe zuerst bereit (was die Torpedo-Turbo-Speed-Clique manchmal nicht an einem Überholmanöver unter Wasser gehindert hat). Mehr oder weniger sanfte Zodaicfahrt zum und vom Tauchplatz (Rekord waren 20 Taucher und 2 Guides und 2 Crew-Mitglieder = 24 Personen mit 22 kompletten Tauchausrüstungen in 2, geschrieben zwei, Zodiacs! Der aufmerksame Leser, bzw. die aufmerksame Leserin bemerkt, dass wir 21 TCA-ler sein sollten, aber Mike, der anonym bleiben möchte, hat diesmal lieber ausgeschlafen…). Dann Material wegräumen, mühsames Aufrollen der Boje (zwischen 2min. und mehr als 30min. wurden gemessen), Anzug auswaschen (betrifft nur mich und andere mit schwachen Blasen), Liste mit Tauchtiefe und –zeit ausfüllen, Tauchmagazine und Fischbücher studieren, neue UW-Zeichen erfinden und einüben, noch mehr sünnelen, noch mehr lesen und auf die Glocke zum Mittagessen warten. Vor dem Nachmittagstauchgang (gegen Ende Woche wurde zwar teilweise auch die 3. Option gewählt, sprich auf dem Boot…eh Schiff…bleiben) verdauen und schlafen, dösen und träumen. Dann in die angenehm trockenen und wie neu riechenden Tauchsachen (das gehört noch zum Träumen) und ab zum letzten Tauchgang. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und passt sich erstaunlich rasch an neue Tagesabläufe bestehend aus Glocke (Briefing), Tauchen, Glocke (Essen), Schlafen, Glocke (Briefing), Tauchen, Glocke (Essen), Schlafen, etc. an. Nach dem Tauchen stand das Apéro auf dem Oberdeck meist schon bereit und der Sonnenuntergang machte das Bild des Bacardi-Trinkenden und zufriedenen Tauchers perfekt. Die Küchenmannschaft hat einen grossen Applaus verdient und uns jeden Tag mit feinen Buffets verwöhnt. Salate und Suppe, Fisch, Fleisch und Reis, manchmal (aber nur manchmal) auch Pommes-Frites. Ein Dessert gehörte auch immer dazu und natürlich auch der Wein, der das Übergepäck-Problem überhaupt erst ausgelöst hatte. Nach dem Essen wurde gelesen, gelacht, gespielt, getrunken, geredet und geschlafen. Manche bevorzugten die Frischluftkoje und haben es sich auf dem Oberdeck gemütlich gemacht. Andere zogen sich für die verdiente Nachtruhe in das erste UG zurück. Abgesehen von Wasser im Zimmer von den Maurer-Töchtern und einer (unabsichtlich) demolierten Dusche bei den jungen Hässigs, hatte das Schiff wirklich allen Komfort zu bieten und uns ein angenehmes Zuhause für eine Woche geboten.

Nach den Brother Islands machten wir uns auf den Weg zum 140km entfernten Daedalus-Reef. Zum Leuchtturm auf der winzigen Insel des Daedalus-Riffs, führt ein immenser Steg, der die Grösse des Riffs verdeutlicht. Die Landratten in unserer Gruppe haben einen Inselausflug gebucht und wurden mit dem Zodiac zum Steg gefahren. Sie durften den Leuchtturm und die Unterkünfte der dort stationierten Soldaten besichtigen, Tee trinken und den Blick auf unser Schiff aus der Ferne geniessen. Das Tauchen an der Nordspitze des Daedalus-Riffs war Action pur. Umkreist von Weissspitzenriffhaien und Hammerhaien, schwebten wir im endlosen Blau der Tiefe. Ein unvergessliches Erlebnis welches selbst unsere Tauchguides aus den Flossen hob. Trotz starker Strömung (wer hat schon mal einen Strömungstauchgang gegen die Strömung gemacht?) und hohen Wellen, haben wir die Nordspitze des Riffs dreimal besucht und beim Auftauchen sogar einmal Bekanntschaft mit einem Weissspitzenhochseehai (auch ‚Carcharhinus Longimanus’ genannt) gemacht. Aber auch das südliche Plateau und die an der Westseite gelegene ‚Anemone-City’ mit den Clownfisch-Bewohnern, hatten ihre Reize: Muränen, ein kleiner Baby-Zitterrochen, grosse Zackenbarsche, noch grössere Napoleon-Fische, ‚Pfeilhechte’ (ihr wisst alle welche gemeint sind oder?), Barrakudas, ein Skorpionfisch und prächtige Korallenwände. Die letzte Station, das Elphinestone-Riff, haben wir aufgrund des starken Windes und den daraus resultierenden Wellen nicht angefahren (trotz gegenteiliger Abstimmung, die aber aufgrund ‚unzureichender Information’ für ungültig erklärt wurde). Dass die Crew vor der Abfahrt mehrmals nachfragte, ob die Luken in den Kojen auch wirklich geschlossen seien und alle nicht niet- und nagelfesten Sachen wegräumte, erschien anfangs niemandem komisch. Unerfahrene Schiffsfahrer(-innen) wurden noch kurz nach der Abfahrt vergnügt beim UNO-Spiel auf dem Oberdeck gesichtet. Wenig später glichen alle, die aufzustehen wagten, Betrunkenen und das Schiff wurde in Achterbahnmanier hin- und her geschleudert. Was nicht befestigt worden war, rutschte quer über den Fussboden (oder fiel auf unschuldige Opfer). Über den weiteren Verlauf dieser Überfahrt kann ich aufgrund rasant eintreffender und nicht nachlassender Übelkeit leider nicht berichten. Ich weiss nur, dass Rotwein mit dem Znacht vermischt in der Nase scheusslich schmeckt und eine WC-Tür, die sich von aussen nur mit Gewalt öffnen und dann nicht mehr schliessen lässt, eine Zumutung unter den gegebenen Umständen war.

Mehr oder weniger erholt und uns an den Teebecher klammernd, fanden wir uns am Mittwochmorgen zum zweitletzten Briefing auf dem Oberdeck ein. ‚Shaab Sharm’ hiess der Tauchplatz, der uns zum Austoben geboten wurde. Delfine (unter Wasser und vom Schiff aus gesehen!), ein Steinfisch (ich glaube immer noch nicht, dass da etwas war), ein grosses Plateau mit schönen Korallenblöcken und eine unbeschädigte Riffwand mit einem grossen Fischvorkommen und kleinen Höhlen; bildeten den Abschluss unserer Tauchsafari. Die Rückfahrt zum Hafen am Nachmittag war zum Glück keine Berg- und Talfahrt mehr und so kamen wir bis auf einige Durchfallpatienten, einen Sonnenbrand und einen ausgerenkten Finger unbeschadet am Ausgangspunkt unserer Reise an. Zum Tauchzeug waschen, trocknen lassen und packen, zum nochmals das Buffet geniessen, ein Bacardi trinken und Unterschriften im Logbuch sammeln, hatten wir bis am Donnerstagmittag mehr als genug Zeit. Das Schiff wurde vor, hinter, über und unter uns bereits geputzt und mit frischen Vorräten aufgefüllt und wir sassen schliesslich fast alle um einen einzigen Tisch im Salon und schauten ‚Herr der Ringe’ auf DVD (Wie tief kann man fallen?). Zum Glück unterbrach der Stromgenerator das Gemetzel etwa alle zehn Minuten. Wehmütig traten wir dann die lange Heimreise per Bus und Flugzeug an. An den Hotelanlagen und der endlosen Wüste vorbei zum Flughafen (wo das Gewicht der Koffer wunderbarerweise überhaupt keine Rolle mehr spielte). Die Souvenirausbeute beschränkte sich auf ein Plüschkamel (Happy Birthday Mike!) und den obligaten Schnaps. In Zürich warteten bereits Doris, Ernst und Leis mit den versprochenen und heiss begehrten Sandwichs und den Bussen für die definitiv letzte Etappe bis nach Hause (MERCI nochmals an die Fahrerinnen und Fahrer!).

Und was bleibt? Ein Haufen stinkender Wäsche und die Erinnerung an fantastische Tauchgänge, warme Sonnenstrahlen und gemütliches Beisammensein in einer tollen und aufgestellten Gruppe. Wir werden es nicht vermissen, das WC-Papier in den Abfall werfen zu müssen und wir werden dem Gestank nach feuchten Tauchsachen und Erbrochenem nicht nachtrauern. Aber wir werden uns noch oft wünschen, eine Glocke würde läuten, die uns zum Tauchen (oder Essen) ruft, es würde uns jemand in den Anzug steigen helfen und uns die Eier am Morgen so servieren, wie wir sie am liebsten mögen. Und besonders in den kommenden dunklen und kalten Monaten, werden wir noch oft davon träumen, aufzustehen und das Meer direkt neben dem Bett zu haben und schon am Morgen zu schwitzen. Ja, es lässt sich gut leben, wenn die einzige Sorge die Reihenfolge von Tauchen, Schlafen und Essen ist. Es wurde mir nicht zu viel versprochen. Ich bin auf jeden Fall begeistert von meiner ersten Tauchsafari zurückgekehrt und freue mich auf das nächste Mal. Inschallah.

Die TCA - Tauchsafari Rotes Meer 2009 – Gruppe:

Rolf–die Schokoladereserve–Brünisholz: Erfinder des ‚Arschlöchlizuckens’ (für Outsider: ein UW-Zeichen, welches Unwohlsein, Angst und Schrecken ausdrückt) und ‚godfather of Sprüche klopfen’.

Jörg-ÖV-Fahrer-Burri: Gehörte zu den UW-Paparazzi, liess sich aber (wegen Medi-Rausch?) weder von der Foto-Konkurrenz, noch von den Haien oder dem Schiffsschaukeln aus der Ruhe bringen.

Klaus-die (Stage) Flasche-Burri: Isst weder Suppe noch Salat (oder nur ganz wenig…), hatte aber die grösste Kamera von allen und ausserdem das schwerste (Hand-)Gepäck der ganzen Gruppe.

Mike-die Wade-Gerber: Trinkt (kaum zu glauben) KEIN Bacardi, aber er kann alles (Tauchmaterial, Koffer, Schiff…) flicken und reparieren, weshalb eine Mitgliedschaft im TCA nicht ausgeschlossen ist.

Iren-die Apotheke-Hässig: Nicht verzagen, Iren fragen! Sei dies für ein Medikament, ein Ersatzteil, ein Buch, etwas Süsses…Mama hat alles und bis Ende Woche wurde sie gar ein echter Schifffahrtsfan!

Pia-der Tollpatsch-Hässig: Hofft, dass sie mit diesem Bericht niemandem auf die Flossen steht (und sonst müsst ihr da durch und drüber stehen…). Für kritische Bemerkungen wende man sich an meine LektorInnen (Fam. Hässig) und Lob wird gerne in Form von Naturalien angenommen. Danke.

Rolf-der Apérohecht-Hässig: Er braucht nach dem Tauchgang nicht wie (fast) alle anderen ein WC, sondern einen Drink und hat den Gang vom Tisch zum Buffet mehrmals täglich auf sich genommen.

Thomas-die Schweinebacke-Hässig: Der beste Bruder der Welt, der beim Briefing nicht immer der Letzte war (dank Hanni & Ruedi) und mit seinen Adleraugen Stein- und Skorpionfische entlarvt!

Gaby-die Geniesserin-Heiniger: Zog manchmal das Mittagsschläfchen dem Tauchen vor, hat aber als Einzige die Delfine nicht nur vom Schiff aus gesehen, sondern auch in Piercing-Form verewigt.

Philippe-ICT-Ingold: Eine Woche lang auf der unermüdlichen Suche nach einem Telefonnetz (Regula der hat dich wirklich vermisst!) und stur immer am selben Tisch (DER Tisch…) neben dem Buffet.  

Carol-die mit dem lustigen Lachen-Maurer: Eine Ruhige mögen manche denken, aber stille Wasser gründen tief! Bei Gemsch und UNO vom Pech verfolgt, dafür hat sie einen super Musikgeschmack!

Kerstin-die Fotografin-Maurer: Dank ihr haben wir tolle Erinnerungsfotos der Tauchsafari und Mahmoud hat hilfreiche Synonyme für ‚manchmal’ gelernt (hoffentlich wendet er sie manchmal an).

Rolf-der Redner-Maurer: Bevorzugt Martini zum Apéro (was Bacarditrinker und Colabeschützer gar nicht störte) und musste für das Nachmittagsbriefing öfters aus dem Tiefschlaf geweckt werden.

Ruedi-der Routinierte-Möri: Bist du als Taucher ratlos, ist er die beste Anlaufstelle: Fragen zu Nitrox, zum Material, zu einem Fisch oder ganz einfach Lust auf Ohrentropfen, er ist der Mann für alle Fälle!

Roland-das Faultier-Schär: Ganz entgegen der sonstigen Sportbegeisterung hat er sich dem Schlafen-Tauchen-Essen-Rhythmus ergeben und keine 3 Zeilen gelesen, sich dafür wunderbar erholt.

Andi-der Stürmische-Sollberger: Hat sich auf hoher See so wohl gefühlt, dass er nun eine Kreuzfahrt plant, auf welcher er und seine Rollator-Clique eifrig Schrauben schätzen und sich austoben können.

Heidi-die Tapfere-Sollberger: Von Fieber und Hammerhaien geplagt, verlor sie doch nie die gute Laune und hat Ende Woche dank 2 Tagen Radikaldiät mehr abgenommen, als ihr Tischnachbar.

Andi-der Bärtige-Weibel: Kämpfte täglich an vorderster Front für eine Liegematte (ist er deshalb der Torpedo-Clique beigetreten?) und machte die schönsten UW-Fotos (um Doris neidisch zu machen?).

Johanna-die Unerschrockene-Weibel-Möri: Kennt für jeden Fisch ein entsprechendes UW-Zeichen, hat sich als Einzige getraut zu schnorcheln und tauchte selbst mit Schiene an der Hand munter weiter.

 Urs-der Sonnenanbeter-Weibel: Hatte ausser dem kleinen Schwarzen, Wurst und Nüssen nichts im Gepäck (aber was braucht man(n) mehr?) und den Liegestuhl auf dem Oberdeck im Dauerbeschlag.

 Jürg-der Chef und Co-Captain-Zesiger: Ausser in dieser Liste immer an erster Stelle, mit dem kürzesten Anzug im Wasser oder beim Kalorienzählen anzutreffen (meist allerdings nur als Pfeil in der Ferne gesichtet). Äs rise MERCI für d’Organisation! Äs het gfägt u mir fröie üs uf di nächschti Reis!